Pressespiegel:
Aachen , 10. Mai 2012
Zusätzliche OGS-Gruppe für die Montessori-Grundschule einrichten
Warteliste mit Hilfe von Containern abarbeiten
38 Kinder warten derzeit auf eine Teilnahme an der offenen Ganztagsbetreuung in der Montessorischule Mataréstraße.
Martin Künzer, SPD-Sprecher im Kinder- und Jugendaussschuss, und
Karl Schultheis, Ratsherr und bisheriger Landtagsabgeordneter, haben sich bei einem Vor-Ort-Termin gestern daher noch einmal für eine Interimslösung in Form von Containern ausgesprochen.
Auf Drängen der SPD hatte der Schulausschuss der Verwaltung bereits im Mai 2011 einen Arbeitsauftrag erteilt, nach einer Lösung für das Problem zu suchen. Seitdem ist nichts geschehen. Im Gegenteil: In der aktuellen Verwaltungsvorlage über den Bedarf an neuen OGS-Gruppen in Aachen taucht die Mataréstraße nicht auf.
Die SPD-Fraktion wird daher am 10. Mai im Schulausschuss beantragen, dass in der die Montessorischule für das neue Schuljahr mit Hilfe von Containern eine zusätzliche OGS-Gruppe eingerichtet wird.
Lesen Sie hier die Berichterstattung der Aachener Medien zum Thema. Aachener Nachrichten, Donnerstag 10. Mai 2012 Doch eine zusätzliche OGS-Gruppe an der Mataréstraße? Die Jugendpolitiker stimmen dafür. Heute berät der Schulausschuss. 38 Kinder auf der Warteliste für die Offene Ganztagsschule. Von Margot GasperAachen. 38 Kinder auf der OGS-Warteliste, und das an einer einzigen Grundschule: Das soll so nicht weitergehen. An der Montessori-Grundschule Mataréstraße soll zum neuen Schuljahr eine weitere Gruppe für die Offene Ganztagsschule (OGS) eingerichtet werden, damit mehr Familien eine Chance auf einen Platz im Nachmittagsangebot haben. Auf Antrag der SPD hat zumindest der Kinder- und Jugendausschuss das am Dienstag einstimmig so empfohlen. Die Entscheidung hat heute der Schulausschuss zu treffen.
Die große Frage bleibt allerdings, wo eine zusätzliche Gruppe untergebracht werden könnte. Denn im Schulgebäude ist neben der Montessorischule auch noch die Katholische Grundschule untergebracht, und die Raumsituation ist „schwierig“, wie auch die Verwaltung einräumt. Im Haus, das scheint klar, ist wohl kein Platz für eine vierte OGS-Gruppe.
„Die Schule ist wichtig fürs Viertel“, betonte Martin Künzer, jugendpolitischer Sprecher der SPD, im Ausschuss. „Wir können diesen Zustand so nicht lassen.“ Zur Not müsse vorübergehend ein Pavillon aufgestellt werden.
Gemeinsam mit Künzer machte sich gestern auch der SPD-Landtagsabgeordnete und SPD-Ratsherr Karl Schultheis bei einem Ortstermin an der Schule ein Bild von der Situation. Auch Schultheis zeigte sich überzeugt: „Hier besteht dringender Bedarf.“ Einen Pavillon, der später anderswo weitergenutzt werden könnte, hält er für eine sinnvolle Lösung.
Schon seit Jahren arbeitet das Nachmittagsprogramm an der Montessori-Grundschule sehr beengt, erläuterten Schulleiterin Jutta Greuel und OGS-Koordinator Achim Foki. „Wir haben zweieinhalb Gruppenräume für vier OGS-Gruppen“, so Foki. Teilweise behelfe man sich mit Provisorien.
Die 38 Kindern auf der Warteliste brauchen aus Sicht der Schulleiterin dringend einen OGS-Platz. „Hier gehen Bildungschancen verloren, wenn wir die Kinder um zwölf Uhr nach Hause schicken müssen“, beklagt Greuel. Für manche Eltern gefährde der fehlende OGS-Platz sogar den Arbeitsplatz. Auf dem Schulhof, neben dem Pavillon der Katholischen Grundschule, könnte aus Sicht der Schule ein Containerbau für eine neue OGS-Gruppe aufgestellt werden. Im vergangenen Jahr war das auch bereits geprüft worden. Die Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt. Die Schule allerdings nahm – wohl aufgrund eines Missverständnisses – im Vertrauen auf den versprochenen Pavillon zwölf zusätzliche Kinder in die OGS auf. Das hat den Platzmangel nun weiter verschärft.
Stadtdirektor Wolfgang Rombey allerdings warnte im Jugendausschuss die Politiker ausdrücklich davor, Erwartungen neu zu schüren, „die wir nicht erfüllen können“. Schließlich habe es letztes Jahr im Schulausschuss eine klare Entscheidung gegeben, zunächst den Schulentwicklungsplan für die Primarschulen abzuwarten. „Das Thema Mataréstraße ist abgehakt“, befand Rombey. Nun liegt die Empfehlung der Jugendpolitiker heute im Schulausschuss auf dem Tisch. Je nach Entscheidung muss die Verwaltung bald Platz suchen für eine neue OGS-Gruppe.
Insgesamt bleibt die Offene Ganztagsschule in Aachen auf Erfolgskurs, wie die Verwaltung darlegte. Aktuell gibt es zum Beispiel 3988 OGS-Plätze an den Regelschulen, zum nächsten Schuljahr werden weitere 247 Plätze gebraucht. Eine Grundschule hat sogar eine „offene Ganztagsklasse“: Ein kompletter Klassenverbund besucht gemeinsam die OGS. Ab Sommer soll mindestens eine weitere OGS-Klasse dazukommen.
Die Nachfrage nach OGS werde so groß, dass man über verpflichtenden Ganztag für die Grundschulen nachdenken müsse, sagte Jonas Paul (Grüne) in der Debatte. Jugendamtschefin Elke Münich bestätigt, dass es zunehmend Nachfragen von Grundschulen gebe, die als Ganztagsschule arbeiten möchten. Das Land allerdings sehe den gebundenen Ganztag an Grundschulen bisher nicht vor.