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Pressespiegel:

Aachen, 08. Dezember 2011

Ratsinitiative für mehr studentischen Wohnraum bis 2013

Norbert Plum
Die Aussetzung des Wehrdienstes und auch die steigende Studierbereitschaft durch den Wegfall der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen haben dazu geführt, dass geeigneter und bezahlbarer Wohnraum für Studierende in Aachen bereits heute rar ist. 2013 wird dann zusätzlich noch der doppelte Abitur-Jahrgang an die Aachener Hochschulen drängen, wodurch sich die Situation am Aachener Wohnungsmarkt nochmals erheblich verschärfen wird.

Um 2013 eine Katastrophe auf dem Wohnungsmarkt zu verhindern und dafür zu sorgen, dass die über 50.000 erwarteten Studierenden 2013 in und um Aachen Wohnraum finden können, fordern die SPD-Ratsherren Karl Schultheis, MdL und Norbert Plum die Stadtverwaltung mit einem neuen Ratsantrag auf, zusätzlich auch Flächen und Wohnraumreserven in der Region, die über einen guten Zugang zum öffentlichen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) verfügen in die aktuellen Überlegungen mit einzubeziehen.

Interessant seien alle Standorte in der Region, von denen aus die Aachener Hochschulen mit Regionalexpress, Regionalbahn oder EuregioBahn in vertretbarer Zeit zu erreichen seien und sich kurzfristig aktivieren ließen, so die beiden Sozialdemokraten.

Lesen Sie hier die Presseberichte aus den beiden Aachener Tageszeitungen:


Do, 8. Dez. 2011
Aachener Nachrichten - Stadt / Lokales / Seite 21



Mehr Wohnraum für Studierende schaffen

Die SPD macht in Form eines Ratsantrages Druck

Von Achim Kaiser

Aachen. Die SPD will Druck machen in Sachen Wohnungsbau. Genauer gesagt geht es darum, dass in der Stadt auch künftig für finanziell schwächere Studierende bezahlbarer Wohnraum angeboten werden soll.

Hintergrund sind der doppelte Abiturjahrgang 2013, die Aussetzung des Wehrdienstes und auch die steigende Studienbereitschaft durch den Wegfall der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen. Dabei zeichne sich deutlich ab, dass die Studierendenzahl in den kommenden Jahren weiter ansteige, sagt SPD-Landtagsabgeordneter Karl Schultheis.

„Zur Zeit gibt es annähernd 47 000 Studierende in Aachen. Mehr geht eigentlich nicht“, sagt Dirk Reitz, Geschäftsführer des Studentenwerks in Aachen. Karl Schultheis rechnet jedoch damit, dass ab 2013 „ein Bedarf für mehr als 50 000 besteht“. Und deshalb müssten zusätzliche Wohnungskapazitäten geschaffen werden. Am besten wäre es, so Schultheis, „wenn Mobilität und Wohnraumversorgung zusammengebracht würden“.

Deshalb soll die Verwaltung laut SPD-Ratsantrag prüfen, ob es entlang des Regionalschienenverkehrs Wohnbauflächen gibt, die für studentisches Wohnen geeignet sind. „Entscheidend ist, dass diese Wohnraumreserven auch kurzfristig aktiviert werden können“, unterstreicht SPD-Ratsherr Norbert Plum. In der Reumontstraße wäre, so Plum, bei der Verlagerung des Umweltamtes möglicherweise der dringend benötigte Wohnraum für Studenten realisierbar.

Bereits aktiv geworden ist das Studentenwerk. „Wir bieten zur Zeit 4729 Wohnheimplätze an, die allesamt belegt sind“, berichtet Geschäftsführer Reitz, „3000 Studierende stehen auf der Warteliste“. Bis zum Wintersemester 2013 will das Studentenwerk nun 650 zusätzliche Wohneinheiten schaffen. Davon sollen 200 in Jülich an der dortigen Fachhochschule entstehen, 200 neue Plätze am Königshügel sowie 250 in der dritten Anlage im Kastanienweg. Die Mieten sollen sich dort wie bislang auch nach der Wohnform richten. Ein Einzelzimmer könnte ab etwa 160 Euro angeboten werden. „Die Freigabe der Mittel für die neuen Wohnheime ist geregelt“, erklärt Reitz.

Natürlich mache man sich auch Gedanken, so Schultheis, wie der Wohnraum nach 2018 genutzt werden könne, wenn die Studentenwelle laut Prognosen wieder abebben soll: „Sicherlich wird eine Umnutzung mit einkalkuliert, ich gehe aber nicht davon aus, dass die Studierendenzahl sich dann deutlich verringert.“ Jahrelang habe es Stillstand gegeben, was studentischen Wohnungsbau betrifft. Um so wichtiger sei es, die Weichen jetzt schnell und richtig zu stellen.

Studentenbuden statt Hotelzimmer?

CDU und Grüne haben einen Ratsantrag formuliert, in dem sie gerne Hotelzimmer in Studentenbuden umwandeln würden. Hierbei geht es um ein Gebäude des Aachener EBV-Carrés an der Schumacherstraße, das ursprünglich als Hotel konzipiert war und seit seiner Errichtung im Jahr 2004 ungenutzt leersteht. Die Verwaltung soll kurzfristig prüfen, ob die leerstehenden Räumlichkeiten als Wohnraum für Studenten genutzt werden könnten.


Fr, 9. Dez. 2011
Aachener Zeitung - Stadt / Lokales / Seite 18



Wohnraum für Studenten wird überall gesucht

Buden werden knapp. Lösungsvorschläge werden erarbeitet. Die Herausforderung bei der Planung ist es, eine mögliche andere Nutzung einzukalkulieren.

Von Jan Weck

Aachen. Das Problem ist schon seit längerem bekannt und mit fortschreitender Zeit rückt es immer näher. Schon jetzt sind Wohnungen für Studierende in Aachen sehr knapp, mit dem doppelten Abiturjahrgang 2013 in NRW wird sich diese Situation noch merklich verschärfen. Höchste Zeit also für die Stadt, neuen Wohnraum zu schaffen oder bereits bestehenden den studentischen Bedürfnissen anzupassen.
Derzeit sind etwa 47 000 Studierende an der RWTH und der FH Aachen eingeschrieben, von denen sich 3000 auf einer Warteliste des Studentenwerks eingetragen haben und auf Unterstützung bei der Suche nach einer Wohnung hoffen. Eine genaue Prognose, wie viele Menschen sich in den kommenden Jahren in Aachen einschreiben werden, ist schwierig. Fest steht aber, dass die Zahl der Studierenden steigen wird. Aufgrund dieser Aussichten sind laut Dirk Reitz, dem Geschäftsführer des Studentenwerks Aachen, 650 Wohnheimplätze an verschiedenen Stellen in Planung. 200 davon sollen in Jülich entstehen, 200 im Studentenwohnheim Demag am Königshügel und weitere 250 Studierende sollen im Kastanienweg eine Unterkunft finden. Dort stehen bereits zwei Wohnheime, ein weiteres soll hinzukommen. Gespräche mit der Stadtverwaltung seien bereits in vollem Gang und die Planungen sehr konkret, so Reitz. Bis zum Wintersemester 2013 sollen die Bauvorhaben umgesetzt sein.

Als Seniorenresidenz eignen

Eine Herausforderung bei diesen Planungen besteht darin, dass langfristig auch eine mögliche neue Nutzung des Wohnraums einkalkuliert werden muss. Denn da es nach 2018 keine doppelten Abiturjahrgänge mehr geben wird, könnte sich die Zahl der Studierenden dann wieder dem heutigen Niveau nähern. Ursprünglich studentischer Wohnraum müsste dann für Privatleute attraktiv sein oder sich als Seniorenresidenz eignen. Denkbar ist aber auch, dass die Studierendenzahlen konstant hoch bleiben, wenn die Attraktivität der Aachener Hochschulen weiter wächst. Dafür spricht laut Reitz einiges.

Ähnlich beurteilt Ratsherr Karl Schultheis (MdL) die Lage. Zwar käme ein Großteil der Studierenden aus NRW, dennoch ziehe es auch immer mehr junge Menschen aus anderen Bundesländern nach Aachen. Um denen erschwinglichen Wohnraum in zentraler Lage anbieten zu können, hat die SPD-Fraktion eine Umnutzung des Gebäudes in der Reumontstraße ins Gespräch gebracht, in dem sich derzeit noch das Umweltamt befindet. Sozialwohnungen, die auch für Studierende interessant sein könnten, sollen nach dem Willen der SPD in der Heusstraße und der Schagenstraße in Brand entstehen. Da möglicherweise nicht alle Studierenden eine Unterkunft innerhalb der Stadtgrenzen finden werden, solle außerdem neuer Wohnraum entlang der Linien des Regionalschienenverkehrs erschlossen werden. Ein entsprechender Eintrag wurde im Rat gestellt.

Schwarz-Grün nimmt Hotelzimmer unter Lupe

Hotelzimmer in Studentenbuden umwandeln? Das ist die Idee eines Prüfauftrages, den CDU und Grüne in einem Ratsantrag formuliert haben. Hierbei geht es um ein Gebäude des Aachener EBV-Carrés an der Schumacherstraße, das ursprünglich als Hotel konzipiert war und seit seiner Errichtung im Jahr 2004 ungenutzt leer steht. Die Verwaltung soll kurzfristig prüfen, ob die freistehenden Räumlichkeiten als Wohnraum für Studenten genutzt werden könnten. Die Lage des Objektes in der Innenstadt wäre ideal, da sind sich Tina Hörmann, wohnungspolitische Sprecherin der Grünen im Rat, und CDU-Ratsherr Dr. Ralf Otten, Vorsitzender des Wohn- und Liegenschaftsausschusses, einig. Es gelte jetzt, den Eigentümer davon zu überzeugen.


Hier geht es zum Ratsantrag vom 29.11.2011 sowie zwei weiteren Ratsanträge der SPD-Fraktion zum Thema „bezahlbarer Wohnraum“ (Antrag v. 11.10.11 und 8.6.11):
Dokumente:
Ratsantrag Nr. 105: Studentisches Wohnen - 29. November 2011
Ratsantrag Nr. 98: Wohnen in Aachen - 11. Oktober 2011
Ratsantrag Nr. 90: Mietwohnungsbau und studentisches Wohnen - 7. Juni 2011

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